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Hauptinhalte

Blutarmut im Alter

Univ.-Prof. Dr. Reinhard Stauder, MSc

Universitätsklinik für Innere Medizin V - Hämatologie und Onkologie - Medizinische Universität Innsbruck
Normal- und Sonderstation (Hämatologie III)

Anichstraße 35
6020 Innsbruck
Tirol

+43-512-50426310
+43-512-50426312

www.haematologie-onkologie.at
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Blut ist ein ganz besonderer Saft! Das gilt gerade für Senioren! Die Blutarmut im Alter wird oft unterschätzt und unzureichend behandelt.

Behandlungsmöglichkeiten bei Blutarmut im Alter

Die exakte Diagnose der Blutarmut erfolgt mit Hilfe von verschiedenen Blutuntersuchungen. Dafür erfolgt die Blutabnahme aus der Armvene oder der Fingerbeere. Die Therapie richtet sich dann nach der Ursache. Die Behandlung des Eisenmangel besteht in der  Zufuhr  des Spurenelement Eisen in Form von Tabletten oder als Infusion. Bei unzureichender Eisenzufuhr mit der Nahrung wird eine Diätberatung durchgeführt. Lebensmittel mit einem hohen Eisengehalt sind beispielsweise Fisch, Fleisch, Eier, Milchprodukte, Blutwurst, Linsen, Sonnenblumenkerne, Haselnüsse, Schwarzwurzel oder Spinat. Eine Blutung als Ursache des Eisenmangels muss unbedingt ausgeschlossen werden. Der Vitamin B12-Mangel wird mit der Verabreichung von Vitamin B12 als Injektion in den Muskel oder als Infusion in die Vene behandelt. Lebensmittel reich an Vitamin B12 sind Kalbs- oder Rindsleber, Bierhefe, Forelle, Rindsgulasch, Emmentaler, Schweinssteak, Eier, Dorsch, Hüttenkäse, Vollmilch, Topfen. Bei älteren Menschen ist häufig die Aufnahme von Vitamin B12 aus dem Magen-Darmtrakt gestört, weshalb oft eine Magenspiegelung empfohlen wird. Das Vitamin Folsäure findet sich in Weizenkeimen, weißen Bohnen, Spinat, Sojasprossen, Broccoli, Wirsing, Vollkornbrot, Kartoffeln wobei lange Koch- und Warmhaltezeiten zum Abbau des Vitanminms führen. Der Mangel an Folsäure lässt sich durch die Gabe von Vitamintabletten einfach und elegant behandeln.

Während die Behandlung der genannten Mangelzustände einfach ist, ist die Behandlung der Anämie im Rahmen anderer Erkrankungen wie der Nierenschwäche, von rheumatischen Erkrankungen oder Entzündungen schwieriger. Hier gilt es zunächst die zu Grunde liegende Erkrankung zu behandeln.  Da die Anämie ein Frühsymptom einer Krebserkrankung oder einer bösartigen Bluterkrankung sein kann, sind gelegentlich weiterführende Untersuchungen inclusive einer Knochenmarkpunktion unumgänglich. Die Knochenmarkpunktion wird vom Facharzt für Blutkrankheiten durchgeführt. Die Punktion kann bei Bedarf völlig schmerzfrei in einer Kurznarkose erfolgen.

Bei schweren Formen von Anämie ist manchmal die Gabe von Bluttransfusionen („Blutkonserven“) unumgänglich. Der Vorteil der Transfusion liegt in der Schnelligkeit der Besserung der Anämie. Nachteil sind das sehr geringe aber mögliche Infektionsrisiko, mögliche allergische Nebenwirkungen und der  Zeitaufwand für den Patienten und das medizinische Personal. Wachstumsfaktoren für Erythrozyten (die sogenannten Erythropoietine) werden bei bestimmten Anämieformen verabreicht. Der Nachteil der Erythropoietine ist der hohe Preis und der Umstand, dass sie nur bei einem kleinen Teil der PatientInnen wirksam sind. Vorteil ist das fehlende Infektionsrisiko und die ambulante Durchführbarkeit der Therapie.