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Eisenmangelanämie und Vitamin K Mangel

Priv.-Doz. Dr. Niklas Zojer

Wilhelminenspital
1. Medizinische Abteilung, Zentrum für Onkologie und Hämatologie; Pavillon 23

Montleartstraße 37
1160 Wien

+43-1-491502101
+43-1-491502109
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www.wienkav.at
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„Bei einem Eisenmangel ist die Bildung der roten Blutkörperchen gestört, da Eisen ein wesentlicher Bestandteil des roten Blutfarbstoffes ist. Besteht ein Vitamin K Mangel, können bestimmte Gerinnungsfaktoren nicht ausreichend gebildet werden und es resultiert eine Blutungsneigung", sagt Dr. Niklas Zojer.

Im Überblick

Was ist ein Eisenmangel, was ein Vitamin K Mangel?

Bei einem Eisenmangel ist die Bildung der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) gestört, da Eisen ein wesentlicher Bestandteil des roten Blutfarbstoffes (Hämoglobin) ist. Es entstehen weniger und kleinere Erythrozyten mit einem geringeren Gehalt an Hämoglobin (hellere Farbe). Ursachen eines Eisenmangels sind chronische Blutverluste (z. B. über den Magen-Darmtrakt bei Entzündungen oder Tumoren oder durch Regelblutungen bei Frauen) oder verminderte Aufnahme von Eisen mit der Nahrung (z. B. bei Mangelernährung, Darmentzündungen). Pro 10ml Blut gehen etwa 5mg Eisen verloren. Eisenspeicher des Organismus befinden sich im Knochenmark, in der Milz und in der Leber. Sind diese Eisenspeicher, z. B. durch chronischen Blutverlust entleert, resultiert eine Eisenmangelanämie.
Vitamin K ist ein fettlösliches Vitamin, das vor allem für die Bildung von Gerinnungsfaktoren in der Leber notwendig ist. Besteht ein Mangel an Vitamin K, können bestimmte Gerinnungsfaktoren nicht ausreichend gebildet werden und es resultiert eine Blutungsneigung. Vitamin K ist außerdem für den Knochenstoffwechsel von Bedeutung.

Epidemiologische Zahlen (zu Inzidenz, Prävalenz, Mortalität)

Ein Eisenmangel ist bei Frauen im geschlechtsreifen Alter durch den Eisenverlust mit der Regelblutung häufig. Nicht immer ist der Eisenmangel so ausgeprägt, dass es zu einer Eisenmangelanämie kommt (latenter Eisenmangel). Auch Blutverluste über den Magen oder Darm können einen Eisenmangel verursachen. Ursächlich wäre in diesen Fällen unter anderem an blutende Magengeschwüre, Divertikel, Hämorrhoiden oder Darmkrebs zu denken. Ein erhöhter Eisenbedarf besteht in der Schwangerschaft und beim Stillen.
Ein Vitamin K Mangel durch ungenügende Aufnahme mit der Nahrung ist selten. Die Wirkung von Vitamin K kann aber durch Medikamente blockiert werden, was man sich therapeutisch zu Nutzen macht. Bestimmte Gerinnungshemmer (z.B. Marcumar®), die zur Prophylaxe oder Behandlung von Blutgerinnsel (Thrombosen) eingesetzt werden, führen zu einer verminderten Produktion von Gerinnungsfaktoren, deren Bildung abhängig von Vitamin K ist.

Vorsorge

Die prophylaktische Einnahme von Eisenpräparaten oder Vitamin K Präparaten ohne nachgewiesenen Mangel kann aus ärztlicher Sicht nicht empfohlen werden. Die Aufnahme von Eisen und Vitamin K ist bei gesunden Personen und ausgeglichener Ernährung normalerweise ausreichend. Eine Ausnahme besteht vielleicht bei Frauen im geschlechtsreifen Alter, bei denen durch den Eisenverlust im Rahmen der Regelblutungen ein Eisenmangel entstehen kann. In diesen Fällen – und auch bei erhöhtem Eisenbedarf in der Schwangerschaft und Stillzeit – empfiehlt sich aber die Bestimmung eines Blutbildes und der Parameter des Eisenstoffwechsels (siehe unter Diagnose) bevor mit einer Eisensubstitution begonnen wird. Eisenreiche Lebensmittel sind unter anderem rotes Fleisch (Häm-Eisen), Petersilie, Getreide, Hülsenfrüchte (Nicht-Häm-Eisen). Vitamin C (Früchte) kann die (Nicht-Häm) Eisenresorption fördern, andere Nahrungsbestandteile oder Medikamente hemmen die Eisenresorption (etwa Tannin in Kaffee und schwarzem Tee, Antazida). Vitamin K- reiche Lebensmittel sind unter anderem grüner Kohl, Spinat, Salat.  

Früherkennung

Ein Eisenmangel kann bei Feststellung einer Anämie mit kleinen, helleren Erythrozyten vermutet werden. Chronische Blutverluste führen fast regelmäßig zu einem Eisenmangel. Eine Früherkennung von Blutverlusten aus dem Darmbereich ist mit Stuhltests möglich (z.B. Hämoccult® Test). Bei Nachweis von Blut im Stuhl (positiver Hämoccult® Test) wird typischerweise eine weitere Abklärung mit Magen- und Darmspiegelung empfohlen. Ein Vitamin K Mangel ist selten. Bei Einnahme gerinnungshemmender Medikamente wie Marcumar® sind regelmäßige Gerinnungstests vorgesehen (siehe unter Diagnose).

Symptome

Ein latenter Eisenmangel ist völlig symptomlos. Erst bei einem manifesten Eisenmangel, also wenn nicht mehr ausreichend Eisen für die Bildung roter Blutkörperchen zur Verfügung steht, sind Symptome zu erwarten. Durch die Blutarmut (Anämie) kann es zu Müdigkeit und Antriebsschwäche, in ausgeprägteren Fällen auch zu Schwindel und Kollapsneigung kommen. Ein Vitamin K Mangel kann sich durch eine Blutungsneigung äußern. Es kommt zu verstärktem Nachbluten bei leichten Verletzungen, blauen Flecken, eventuell Nasenbluten. Bei ausgeprägtem Vitamin K Mangel können auch stärkere, mitunter lebensbedrohende Blutungen auftreten.