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Hauptinhalte

Venenthrombose

Ao. Univ.-Prof. Dr. Sabine Eichinger-Hasenauer

Universitätsklinik für Innere Medizin I - Medizinische Universität Wien
Klinische Abteilung für Hämatologie und Hämostaseologie

Währinger Gürtel 18-20
1090 Wien

+43-1-404004410
+43-1-404004030

www.haematologie-wien.at
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Öffnungszeiten: von Montag bis Freitag 08:00 - 17:00 Uhr

„Unter einer Venenthrombose versteht man das Entstehen eines Blutgerinnsels (Thrombus) in einer Vene. Durch eine Thrombose kommt es zu einer Behinderung des Blutflusses im betroffenen Blutgefäß", sagt Univ. Prof. S. Eichinger.

Venenthrombose im Überblick

Was ist eine Venenthrombose?


Unter einer Venenthrombose versteht man das Entstehen eines Blutgerinnsels (Thrombus) in einer Vene.

Venen sind jene Blutgefäße, über die das Blut aus dem Körper (Organe) wieder zum Herzen fließt. Über die Venen gelangt das Blut in die Lunge, wo es wieder mit Sauerstoff angereichert wird.
Durch eine Thrombose kommt es zu einer Behinderung des Blutflusses im betroffenen Blutgefäß.

Im Falle einer Venenthrombose, vor allem wenn die Thrombose in den Beinen entstanden ist, können sich Teile des Gerinnsels (oder das ganze Gerinnsel) von der Venenwand loslösen. Es wird dann mit dem Blutstrom in die Lunge transportiert. Man spricht dann von einer Lungenembolie (Pulmonalembolie) oder Lungeninfarkt.

Epidemiologische Zahlen (zu Inzidenz, Prävalenz, Mortalität)

Die Venenthrombose ist eine häufige und potentiell lebensbedrohliche Erkrankung. Pro Jahr erkranken rund zwei von 1.000 Menschen an einer Venenthrombose. Die Venenthrombose selbst ist selten lebensbedrohlich (außer bei Thrombosen im Gehirn oder Bauch). Aber: die wichtigste Komplikation der Venenthrombose ist die Lungenembolie. Die Lungenembolie ist eine Erkrankung, die bei einem Fünftel der Patienten tödlich verläuft.

Risikofaktoren und Vorsorge

Es gibt viele erworbene (d. h. im Laufe des Lebens auftretende) oder angeborene Risikofaktoren.

Zu den wichtigsten erworbenen Risikofaktoren zählen Operationen und Verletzungen (vor allem an den Beinen), Bettlägerigkeit, Schwangerschaft und Wochenbett, Einnahme von Hormonen zur Schwangerschaftsverhütung oder zur Behandlung von Wechselbeschwerden, oder Herzschwäche. Auch lange Reisen, vor allem Flugreisen, können eine Thrombose auslösen.

Besonders gefährdet sind Tumorpatienten. Bereits seit ca. 150 Jahren ist bekannt, dass bösartige Erkrankungen oft mit Thrombosen einhergehen. Ca. 10% aller Patienten, die eine Venenthrombose erleiden, haben gleichzeitig eine – meist noch nicht diagnostizierte - Krebserkrankung. Ca. 10% aller Patienten mit Krebs erleiden im Verlaufe der Erkrankung eine Thrombose.

Patienten mit Antiphospholipid-Antikörpern haben ebenfalls ein erhöhtes Risiko für Venenthrombosen.

Zu den angeborenen Risikofaktoren zählen die Faktor V Leiden-Mutation, die G20210A Mutation im Faktor II-Gen, der Antithrombin-Mangel, der Protein C-Mangel oder der Protein S-Mangel.

Nach Operationen oder bei Verletzungen, die mit einem Gipsverband behandelt werden, werden diese Patienten routinemäßig mit einem blutverdünnenden Medikament (niedermolekulares Heparin) behandelt. Dieses Vorgehen führt zu einer beträchtlichen Senkung des Thromboserisikos. Trotzdem können Thrombosen gelegentlich auftreten.

Auch bei Patienten, die wegen einer schweren Krankheiten oder einer Lähmung bettlägerig sind, ist das Thromboserisiko hoch und kann durch ein blutverdünnendes Medikament gesenkt werden.

Thrombophiliediagnostik

Unter dem Begriff „Thrombophiliediagnostik“ versteht man die Abklärung einer Thromboseneigung (vor allem Bereitschaft zu Venenthrombosen und Lungenembolien) durch die Bestimmung von Risikofaktoren im Blut durch Labortests (F V Leiden Mutation, G20210A Mutation im Gerinnungsfaktor II-Gen, Antithrombin, Protein C, Protein S, Lupushemmstoff, ev. F VIII und Homozystein). Große Studien haben in den letzten Jahren gezeigt, dass die Vorhersagewahrscheinlichkeit des Thrombophiliescreenings im Hinblick auf das Wiederauftreten von Venenthrombosen oder Lungenembolie sehr gering ist und für die PatientInnen keinen Vorteil bzgl. der Einschätzung der optimalen Dauer der blutverdünnenden Therapie bringt. Thrombophiliescreening sollte daher routinemäßig nicht mehr durchgeführt werden.

Symptome und Früherkennung

Bei der tiefen Beinvenenthrombose kommt es zu einem Anschwellen des Unterschenkels, bei ausgedehnterer Thrombosen des gesamten Beines. Das Bein ist heiß, schmerzt (vor allem beim Gehen) und ist oft bläulich verfärbt. Das Abtasten der Wade ist in der Regel schmerzhaft.

Bei der Lungenembolie kommt es zu Atemnot, vor allem bei Belastung wie z. B. Stiegensteigen und/oder zu Schmerzen in der Brust, die oft erst beim tiefen Ein- und Ausatmen auftreten. Darüber kann es zu Blutspucken kommen. In sehr schweren Fällen tritt Bewusstlosigkeit auf.